Nach außen war es still, hinter den Kulissen hat sich bei den Freien Maurern eine Menge getan. Das meiste davon war für die Öffentlichkeit nicht sichtbar, wir – und in dem kleinen Wort liegt schon eine erhebliche Veränderung – haben Grundlagen geschaffen für das, was künftig sichtbar werden soll: eine freie, anschlussfähige und zeitgemäße Form der Freimaurerei.
Ein Kompassteam hat sich gefunden.
Inzwischen hat sich ein fünfköpfiges „Kompassteam“ gefunden. Der Name entstand, weil der Kompass als wiederentdecktes Symbol aus älteren Ritualen die Richtung zeigen und planvolles Handeln symbolisieren soll. Dieses Team ist bewusst klein, arbeitsfähig, vertraulich und verbindlich gehalten. Gute Ideen brauchen gute Gespräche. Konkrete Arbeit braucht Verantwortung, Verlässlichkeit und einen klaren Kurs.
Das bedeutet nicht zwingend, dass der Kreis geschlossen wäre. Wer mitarbeiten möchte, muss allerdings mehr mitbringen als bloßes Interesse und guten Willen. Wer etwas beitragen möchte, sollte Motivation, Erfahrung, Sachkunde, Gestaltungskraft und Kompetenz einbringen und bei Interesse auch formulieren.
Freie Maurer sind und bleiben kein Sammelbecken für Unzufriedene, sondern ein Arbeitsprojekt. Unzufriedenheit an der Freimaurerei muss man überwinden, nach vorne schauen und etwas Neues, Begeisterndes und Kompatibles entwickeln. Wer nur gegen etwas ist, wird bei uns kaum glücklich werden. Wer mitbauen möchte und kann, ist willkommen.
Rituale ohne Religion, Esoterik und Dogmen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt derzeit auf der Entwicklung neuer Rituale, die auf alten freimaurerischen Strukturen aufbauen. Das bedeutet also nicht, dass wir beliebig etwas Neues erfinden. Im Gegenteil nutzen wir ältere Rituale, die spürbar näher an dem Kern und dem Wesen der echten Freimaurerei waren. Behtusam sind wir in der Sprache und der Anpassung an heutige Bedürfnise, konsequent allerdings im Ausräumen der Elemente, die wir für Privatsache jedes einzelnen Mitgliedes halten, für ein gemeinsames Ritual aber als Dogma betrachten: Religion, Esoterik, Spiritismus, Okkultismus und, nicht zu vergessen, Selbstvergewisserung.
Mit anderen Worten: wir prüfen, was trägt. Wir erleichtern den Zugang und wir versuchen, neu zu verstehen, neu zu fassen oder etwas wieder zu entdecken.
Die Freimaurerei arbeitet seit jeher mit Symbolen. Bildern, Werkzeugen, Wegen, Schwellen, Licht und Erkenntnis. Inhalte müssen nicht religiös sein, um Tiefe zu erzeugen. Sie müssen auch nicht esoterisch sein, um Wirkung zu entfalten und sie müssen erst recht nicht dogmatisch sein, um als verbindlich zu gelten. Das Ziel sind Rituale, die hostorisch anschlussfähig bleiben und zugleich klar, verständlich, würdig, offen und menschlich in der Gegenwart bestehen.
Für Freimaurerinnen und Freimaurer, die sich nicht mehr wiederfinden
Wir möchten zunächst ganz besonders diejenigen ansprechen, die sich in ihrer bisherigen Logen nicht mehr wirklich wiederfinden, ihre Logen nicht mehr oder nur sehr selten besuchen oder sie bereits ganz verlassen – die Loge gedeckt haben, wie man im Sprachgebrauch der Freimaurer sagt.
Manchen fehlt geistige Tiefe, machen menschliche Verbundenheit, Klarheit, Verlässlichkeit. Anderen sind die Strukturen zu verkrustet, Freimaurerei nicht mehr zeitgemäß. Wieder anderen ist die Diskrepanz zwischen ethischem Anspruch und dem Logenalltag zu groß geworden. In manchen Logen ist zu viel Verein und Administration an die Stelle des eigentlichen Zwecks getreten.
Es gibt viele Gründe. Wir kennen einige, aber nicht alle. Aber wir nehmen wahr, dass es Brüder und Schwestern gibt, die nicht mit der Freimaurerei, der wunderbaren Idee und dem hohen Anspruch abgeschlossen haben, sondern nur mit bestimmten Ausdrucksformen. An diese Menschen richtet sich unser Angebot zurzeit primär. Wer der Freimaurerei verbunden bleibt, aber einen anderen Weg sucht, soll hier einen ernsthaften Raum finden.
Natürlich sprechen wir auch Suchende an, d.h. Interessenten, die noch keine Freimaurer sind, aber gern werden möchten. Aber das ist vielleicht erst ein zweiter Schritt.
Diskretion als Grundbedingung
Diskretion hat bei den Freien Maurern einen besonderen Stellenwert. Gerade weil sich unser Angebot auch an Freimaurerinnen und Freimaurer richtet, die weiterhin einer anderen Loge angehören, braucht es Vertrauen. Niemand soll befürchten müssen, durch ein Gespräch, eine Teilnahme oder einen Besuch in eine schwierige Lage gebracht zu werden.
Mitglieder anderer Logen sind nach Anmeldung ausdrücklich eingeladen, uns kennenzulernen und zu besuchen. Dabei gilt: Wer zu uns kommt, wird mit Respekt, Ernsthaftigkeit und Diskretion behandelt. Die Freien Maurer wollen anschlussfähig sein und als Partner ernst genommen werden. Das beginnt beim Umgang miteinander.
Webinare werden wieder aufgenommen
Unsere Webinare, die wegen anderer Aufgaben zunächst pausieren mussten, sollen zeitnah wieder aufgenommen werden. Dabei wird es künftig weniger um allgemeine Einführungen in die Freimaurerei gehen, sondern stärker um die Lösungsansätze der Freien Maurer.
Wir wollen zeigen, woran wir arbeiten: an Ritualen ohne Religion, Esoterik und Dogmen; an neuen Formen der Logenarbeit; an einer zeitgemäßen Sprache; an klaren Strukturen; an einer Freimaurerei, die Menschen nicht nur verwaltet, sondern innerlich erreicht – und das alles mit möglichst viel Freiheit und Entwicklungsraum für die Logen.
Diese Gedanken können auch für die reguläre Freimaurerei nützlich sein. Viele Fragen, die uns beschäftigen, betreffen nicht nur freie Logen. Sie betreffen die Freimaurerei insgesamt: Wie bleiben Rituale lebendig? Wie gewinnen Logen Menschen, die mehr suchen als Vereinsroutine? Wie entsteht Verbindlichkeit ohne Bevormundung? Wie kann Tradition tragen, ohne zur Last zu werden?
Eine erste freie Loge soll entstehen
Besonders wichtig ist unser nächster großer Schritt: Noch in diesem Jahr wollen wir eine erste freie Loge gründen.
Diese Loge soll ihre Zusammenkünfte nicht dauerhaft an einen einzigen Ort binden, sondern in unterschiedlichen Städten durchführen. Das eröffnet neue Möglichkeiten. Menschen aus verschiedenen Regionen können sich begegnen, ohne dass sofort ein klassisches Logenhaus oder eine feste örtliche Struktur erforderlich ist.
Eine solche Loge kann beweglicher sein, persönlicher, konzentrierter. Sie kann Treffen ermöglichen, die nicht durch Gewohnheit getragen werden, sondern durch bewusste Entscheidung. Gerade für Menschen, die weiter entfernt wohnen oder bisher keine passende Loge gefunden haben, kann das eine gute Gelegenheit sein, sich zu treffen, einander kennenzulernen und gemeinsam zu arbeiten.
Einladung zum Mitbauen
Wir stehen an einem wichtigen Punkt. Aus einer „eigenbrötlerischen Idee“ (Zitat aus den Unkenrufen) wird konkrete Arbeit. Aus Entwürfen entstehen Rituale. Aus einem losen Kreis ist ein Kompassteam geworden. Und aus der Vision einer freien, zeitgemäßen und anschlussfähigen Freimaurerei soll noch in diesem Jahr eine erste Loge entstehen.
Wer sich angesprochen fühlt, ist eingeladen, Kontakt aufzunehmen. Besonders willkommen sind Freimaurerinnen und Freimaurer, die Erfahrung mitbringen, sich aber eine andere Form maurerischer Arbeit wünschen. Ebenso willkommen sind Menschen mit organisatorischer, ritueller, historischer, sprachlicher, gestalterischer oder digitaler Kompetenz. Oder die, die einfach den Wunsch nach einer ursprünglichen und lebenswerten Freimaurerei haben.
Der erste und noch völlig unverbindliche Schritt wäre das Abonnieren des Newsletters. Etwas konkreter wird es, wenn man mitmachen möchte. Nachfolgend finden sich die beiden entsprechenden Buttons. Der erste Klick zu etwas Gutem.